Digitale Effizienz 

Der Telematikpionier Wolfgang Hiller ist mit IVECO ON Uptime erfolgreich 

Der Unternehmer aus Lüneburg ist überzeugt, dass sich nur verbessern lässt, was man bis ins kleinste Detail kennt.

Wolfgang Hiller gilt in der Branche als „Telematikpapst“ (obwohl er sich selbst nie so bezeichnen würde), mit dem Gerät Telekom MDA startete vor 20 Jahren die tiefgreifende Digitalisierung seines Logistikunternehmens. MDA steht für Mobile Digital Assistant; es war ein Mobiltelefon, mit dem es erstmals möglich wurde, mit den Fahrern mehr als nur zu telefonieren. In Deutschland wurde dieses Gerät kurz nach der Jahrtausendwende das erste Mal angeboten. „Damit war es für die Dispo endlich möglich, die Frage ,Wo sind die Fahrer und wo sind die Autos?‘ zu beantworten, ohne die Fahrer stören zu müssen, die vielleicht gerade ihre Pause machten“, sagt der Logistiker aus Norddeutschland.

Wolfgang Hillers Leidenschaft für Telematik war schon immer ein permanenter Prozess. „Die Frage nach dem Treibstoffverbrauch spukte mir schon in den 1960er Jahren im Kopf herum,“ erinnert sich der Unternehmer aus Lüneburg. „Damals war das eine reine Kostenfrage. Der Umweltaspekt kam erst viel später dazu.“ Es ist ja heute fast vergessen, aber zu dieser Zeit waren die Frachtraten noch vorgegeben und so kalkuliert, dass die Transportunternehmer damit ein durchaus attraktives Auskommen erwirtschaften konnten. Für den exakten Treibstoffverbrauch interessierten sich zu dieser Zeit die wenigsten Unternehmer. Fragen nach Verbräuchen wurden eher mit einer Schwankungsbreite von mehreren Litern beantwortet. Der technikaffine Lüneburger wollte es immer schon genauer wissen und schaffte sich deshalb für seine betriebswirtschaftlichen Auswertungen um 1983 den ersten Computer an, einen der inzwischen legendären Commodore 64. „Damit konnte ich Tabellenkalkulationen machen. Ich musste schon früh lernen, selber zu kalkulieren. Das war ein großer Vorteil, als die Liberalisierung kam und die Frachten nicht mehr vorgegeben waren“, erinnert sich Hiller.

Nachfolge geregelt
Wolfgang Hiller gehört zu den klugen Unternehmern, die sich rechtzeitig Gedanken über mögliche Nachfolger gemacht haben.
„Mit 67 Jahren wollte ich es etwas ruhiger angehen lassen. Gleichzeitig sollte im Betrieb mit voller Kraft weitergearbeitet werden.“
Seine Lösung: Er übergab die Unternehmen zu gleichen Teilen an seinen ehemaligen Prokuristen Dennis Schmidt und seinen Stiefsohn Rafael Pappert. Beide leiten nunmehr seit 2014 die Hiller-Unternehmen als geschäftsführende Gesellschafter gemeinsam.
Der Informatiker Pappert sattelte noch ein Logistik-Studium drauf  und ergänzt sich so ideal mit dem Praxiskenner Schmidt.
Senior Wolfgang Hiller fungiert seitdem als Beirat. 

Verstehen, was passiert

Unterhält man sich mit Wolfgang Hiller über seine Leidenschaft für Zahlen, wird der rote Faden durch sein unternehmerisches Handeln klar: Er will bis ins kleinste Detail verstehen, was passiert. „Nur was ich verstehe, kann ich auch verbessern.“ Und nur mit penibler Kontrolle, ist der 74-Jährige überzeugt, kann man seine Ziele erreichen: „Als Unternehmer muss ich genau wissen, wo ich etwas einsparen kann.“ Anders ausgedrückt: Nur wenn man alle maßgeblichen Faktoren kennt, lässt sich entscheiden, ob die Zielvorgabe realistisch gewählt war oder ob die Marschroute geändert werden muss. Unternehmerisches Risiko bedeutet für Wolfgang Hiller, dass man nie sicher sein kann, ob sich ein Investment – zum Beispiel in eine neue Telematik-Software oder Fahrzeuge mit neuartiger Technologie – letztlich auch rechnet, selbst wenn man vorher alle bekannten Faktoren sorgfältig in seine Überlegungen einbezogen hat.​

 „Der Umweltaspekt kam erst viel später dazu.“ 

Wolfgang Hiller, Beirat Hiller Spedition GmbH & Co. KG

Daher gehört(e) Hiller (siehe Kasten „Nachfolge geregelt“) nicht zu den Unternehmern, die ihre Fahrer mit der saloppen Anweisung „Macht mal…“ auf Tour schickten. Er hat sich immer schon genau dafür interessiert, was in der Zeit passiert, in dem die Trucks unterwegs sind. Also für Fahr- oder Standzeiten, Verbräuche, Verschleiß und vieles mehr: „Aus heutiger Sicht war der Weg, den wir frühzeitig eingeschlagen haben, absolut richtig. Inzwischen wird vor allem seitens der Industrie ein immenser Druck auf die Spediteure ausgeübt. Daher bleibt man nur konkurrenzfähig, wenn man exakt weiß, wo die Kosten entstehen.“ Das alles fließt auch im Logistikunternehmen Hiller in ein Incentive-System ein, das die besten Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen am Jahresende mit einem Bonus belohnt.

Facts & Figures

Das Lüneburger Unternehmen gliedert sich auf in die Hiller Spedition und in die Hiller Logistik; die Organisationsform ist in beiden Fällen GmbH & Co. KG. Das Transportunternehmen verfügt über 33 IVECO Sattelzugmaschinen, 45 Auflieger und 1 Solofahrzeug. Hiller setzt seit 45 Jahren ausschließlich Fahrzeuge von IVECO ein. „Der Triebstrang war immer sehr gut, auch sonst gab es nie nennenswerte Probleme.“ Inzwischen ist auch die neueste Generation in Form von mehreren IVECO S-WAY NP vertreten. Ein IVECO S-WAY NP, den Hiller kürzlich übernahm, war auch ein Jubiläumsfahrzeug: Es war der 120. IVECO, den das Transportunternehmen erwarb.

Die Firma übernimmt vorwiegend deutschlandweite Verkehre und in geringerem Umfang auch grenzüberschreitende Ladungen, darüber hat sich Hiller Logistik auf logistische Dienstleistungen wie Kommissionierung und Lagerung spezialisiert. Die Gruppe beschäftigt rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die beiden Schwesterunternehmen bilden auch aus, derzeit sind 30 Auszubildende im Betrieb. Sieben von ihnen mit dem Ziel Berufskraftfahrer bzw. Berufskraftfahrerin.

Eine Besonderheit sind die Heckseiten der Auflieger: Jeder ist mit einem eigenen Motiv beklebt, die von Hillers Frau Andrea Hiller-Valett entworfen wurden. Sie kümmert sich um das Marketing im Unternehmen und verantwortet auch die Mitarbeiter-Zeitung „Schnellläufer“. Diese erscheint monatlich und informiert beispielsweise über die Einführung neuer Prozesse – wie die jüngste Neuerung, dass Abrechnungen jetzt nur noch online erfolgen – oder stellt neue Kolleginnen und Kollegen vor. 

Viele Parameter sorgen für Gerechtigkeit

Seit über zehn Jahren arbeitet das Unternehmen aus Lüneburg bereits mit integrierten Software-Lösungen. Aktuell kommen zwei ausgefeilte Systeme parallel zum Einsatz. Einmal die Hersteller-Anwendung IVECO On und zusätzlich das Fuhrparkmanagementsystem Spedion. „Für ihn ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen“, sekundiert Dennis Schmidt, der Geschäftsführer. „Er wollte immer schon Auswertungen in Echtzeit sehen.“ Angefangen hat der Lüneburger Telematik-Experte also ganz „old school“ und seitdem konsequent auf den heutigen Stand hingearbeitet.
25 Spalten umfasst die Auswertung für jeden Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin – und mit dieser Fülle von Daten wird die „Fahrerliga“ des Transportunternehmens äußerst fair. Wobei nicht nur Fahrer bewertet werden, auch Beschäftigte in anderen Unternehmensbereichen sind in der Bestenliste vertreten.

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Die Fahrer-Auswertung listet neben dem Treibstoffverbrauch viele weitere Kriterien auf. So die Auslastung auf einer Tour, Streckentopographie, Kommunikation mit der Dispo, Auftreten beim Kunden, Pflege des Fahrzeugs, das Fahrverhalten sowie Verstöße. Übrigens: Auch wenn Hiller gelegentlich selbst fährt, wird aus seiner Performance durch die Telematik-Software ein Tabellenwert. „Mein Fahrstil hat sich dadurch im Lauf der Jahre auch verändert“, gibt der Unternehmer freimütig zu. Einen modernen Lkw zu fahren wie die robusten Trucks aus den Siebzigern mit dem unverwüstlichen Fuller-Getriebe ist ja sicher nicht zielführend. Was nicht zuletzt dazu führt, dass die Top-Fahrer im Ranking nicht zwangsweise die älteren Routiniers sind: „Es gibt viele junge Fahrer, die zum Beispiel in Sachen Verbrauch den ,alten Hasen‘ etwas vormachen“, sagt Hiller. Er ist überzeugt davon, dass ein Belohnungssystem positive Effekte hat: „Die Fahrer verändern sich, es macht etwas mit ihnen, wenn sie zum Beispiel gelobt werden. Als Unternehmen muss man es honorieren, wenn ein Fahrer sein Bestes gibt.“ Die Ergebnisse der Auswertungen fließen nicht nur in das Incentive-System mit ein, sie sind auch die Basis für intensive Fahrerschulungen. Ein Telematik-Experte wie Wolfgang Hiller weiß auch, was man an den digitalen Auswertungen noch verbessern könnte: „Es gibt zwar viele Werte, aber die Hinweise für die Fahrer müssten noch besser werden, so dass sie die tägliche Performance sehen und daraus lernen können.“

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